Beim Bauen ist nicht nur darauf zu achten, dass das Gebäude im Betrieb möglichst wenig Energie benötigt. Auch der Hausbau selbst sollte umweltschonend und energiesparend durchgeführt werden. Aus diesem Grund plane und baue ich gerne mit regional vorhandenen Baustoffen wie Holz, Lehm, Stroh usw. und arbeite mit regionalen Handwerkern zusammen. Das Ergebnis ist ein behaglicher, komfortabler und gesunder Wohnraum, der den heutigen Anforderungen gerecht wird.
Bauen mit Stroh
Die Kombination aus Holz, Stroh und Lehm hat sich als äußerst langlebig und effektiv erwiesen. Sogar heute werden noch Fachwerkhäuser aus genau dieser Baustoffkombination bewohnt – zum Teil mehr als 500 Jahre alt. Das Holz übernimmt die tragende Funktion, das Stroh die dämmende und der Lehmputz sorgt für Winddichtung sowie Dampfbremse.
ökologische Nachhaltigkeit
- CO2-Speicherung beim Wachstum
- CO2-Minimierung bei der Herstellung von Strohballen
- CO2-Vermeidung beim Gebäudebetrieb
Ca. 20 % des in der Landwirtschaft anfallenden Strohs
werden nicht benötigt. Mit dieser Menge können jährlich
bis zu 350.000 Einfamilienhäuser gedämmt werden.
Die Entsorgung der Materialien nach der Nutzung ist sehr einfach.
Holz, Lehm und Stroh sind kompostierbar.
weitere Vorteile
Die Herstellung des Baustrohs ist sehr einfach:
Aus dem getrockneten Stroh werden in handelsüblichen Pressen kleine Ballen hergestellt.
Es wird nur zusätzlich eine Qualitätssicherung und
-kontrolle erforderlich.
Das Stroh besitzt gute Dämmeigenschaften. Die Wärmeleitfähigkeit quer zur Haupthalmrichtung beträgt 0,052 W/(m∙K) [Bsp. für ca. 36 cm Dämmstärke
und 6 cm Holzständer: U-Wert = 0,15 W/(m2∙K)]
Dennoch gibt es Vorurteile gegenüber der Bauweise mit Strohballen und das Bauen mit Stroh wird aus unterschiedlichen Gründen in Frage gestellt.
Hier folgen einige Fakten und Antworten.
Warum lohnt es sich in ein Strohhaus zu investieren?

Wie funktioniert die Statik bei einem Strohhaus?
Häufig übernimmt eine Holzrahmenkonstruktion die tragende Funktion. Es gibt auch den lasttragenden Strohballenbau.
Kann ich einen Nagel in den Lehmputz schlagen um Bilder aufzuhängen?
Zieht Stroh nicht Mäuse und Ungeziefer an?
Das Festpressen und lückenlose Verbauen der Ballen verhindert, dass sich Tiere darin bewegen können. Kornreste, die Nagetiere anziehen, werden bei der Ernte entfernt. Fachgerecht verbautes Stroh wird also nicht von Nagetieren und Ungeziefer befallen.
Ich bin Allergiker. Kann ich dann überhaupt in einem Strohhaus wohnen?
Ist ein Strohhaus nicht sehr teuer?
Wie langlebig ist Stroh als Baumaterial?
Wichtig ist, dass die Strohballen gegen aufsteigende Feuchte aus dem Erdreich geschützt sind und dass die Dampfdurchlässigkeit durch geeignete Putze gewährleistet ist. Damit haben Strohballen eine mit anderen Baumaterialien vergleichbare Lebensdauer. Das älteste Strohballenhaus in Europa steht in Frankreich und wurde schon vor 100 Jahren errichtet.
Benötigt man für eine Strohhaus nicht große Grundstücke, da die Wände so dick sind?
Brennt Stroh nicht sehr leicht?
Lockeres, trockenes Stroh schon, allerdings brennt verdichtetes Stroh nur sehr schlecht. Das Baustroh wird durch die darüber liegende Lehm- und Kalkschicht vor Feuer und großer Hitze geschützt. Nach Prüfung und laut der bauaufsichtlichen Zulassung sind lehmverputzte Strohwände schwer entflammbar und erfüllen 30 Minuten Feuerwiderstandsdauer problemlos.